Sie sind hier: Startseite

keine-Dietwegtrasse.org

A K T U E L L E S



Pressemeldung vom 22.102020

Dietwegtrasse: Bürgerinitiative und Stadtverwaltung starten Dialog

Die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“ berichtet, dass im Oktober erstmals ein Gespräch zwischen der BI und der Stadtverwaltung, vertreten durch Oberbürgermeister Thomas Keck, Baubürgermeisterin Ulrike Hotz und Stefan Dvorak (Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung), stattgefunden hat.

Die ganze Meldung gibt´s hier......

___________________________________________________________

Dietwegtrasse: Tieferlegen – aber zu welchem Preis

Die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“ weist darauf hin, dass es Neuigkeiten zur Dietwegtrasse in den Gebieten In Laisen und Auf Wies gibt. Vor kurzem wurde der verkehrsplanerische und städtebauliche Ideenwettbewerb zu Reutlingen Unlimited, dem neuen Industriegebiet auf dem ehemaligen Betz-Gelände, abgeschlossen (die Presse berichtete). Teil des Wettbewerbs war auch die Anbindung an das überörtliche Straßennetz. Die Ergebnisse sind jetzt online und zeigen deutlich, welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung der Trasse geben wird.

Im erstplatzierten Entwurf sieht man die Bundesstraße vor lauter Bäumen nicht: Im Industriegebiet verläuft die Dietwegtrasse als Allee mit zahlreichen Kreuzungen, kaum größer dimensioniert als eine Anwohnerstraße. Die BI bezweifelt, dass diese Variante realistisch ist, bei einer prognostizierten Verkehrsdichte von 22.000 Fahrzeugen pro Tag mit viel Schwerlastverkehr.

Wahrscheinlicher erscheint die Variante, welche den zweiten Preis gewonnen hat und die altbekannte 300 m lange Brücke vor Sondelfingen enthält. Eine solche Brücke wird auch bei der Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Regierungspräsidium untersucht. Die BI sieht neben der zu erwartenden erheblichen Lärmbelastung vor allem das Problem, dass der Ortsteil Sondelfingen durch die Brücke optisch und psychologisch von Reutlingen und der geplanten Stadtbahnhaltestelle abgeschnitten wird - insbesondere für Fußgänger und Radfahrer.

In der dritten Variante (Anerkennung) wird die Fernstraße komplett tiefergelegt und unter den Gleisen vor Sondelfingen durchgeführt. Anhand dieser Variante wird besonders deutlich, wie hoch der Platzbedarf samt Auf- und Abfahrten ausfallen wird und wie nahe die Trasse an dem Wohn-/Gewerbemischgebiet Auf Wies vorbeiläuft. Die BI fragt sich: Wie soll eine solch aufwendige Variante finanziell realisiert werden angesichts der knappen kommunalen Finanzmittel? Städtische Anschlussknoten muss nämlich die Stadt Reutlingen bezahlen, nicht der Bund. Aufschlussreich ist auch die Wortwahl in diesem Entwurf, so wird beispielsweise das Gewerbe um den „Aldi-Knoten“ vor Sondelfingen als „minderwertig“ bezeichnet und soll durch eine hochverdichtete Bebauung („Sondelfinger Tor“) ersetzt werden.

Die BI kritisiert, dass die Dietwegtrasse im Wettbewerb von der Stadtverwaltung als alternativlos definiert wurde, obwohl das Industriegebiet In Laisen über den Efeuknoten bereits hervorragend angebunden ist. Im innovativen und ökologisch korrekten Industriegebiet sollen „Verkehrsströme neu gedacht werden“, allerdings besteht das Rückgrat des Quartiers nun aus einem über 50 Jahre alten verkehrsplanerischen Fossil. „Gesunde Mobilität“ wird im Siegerentwurf versprochen, aus Sicht der Bürgerinitiative bezahlen aber in erster Linie die tausenden Anwohner der Trasse den Preis für die Mobilität – in Form ihrer Gesundheit.

Alle Entwürfe sind auf der Homepage der Stadt Reutlingen abrufbar: https://www.reutlingen.de/Preisgericht-RT-unlimited.


__________________________________________________________


zu Beginn der Sommerferien: aktuellen Stand

zu Beginn der Sommerferien möchte das Kernteam der BI über den aktuellen Stand der Planungen zur Dietwegtrasse informieren:

1. Der Untersuchungsrahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht erweitert! Das Regierungspräsidium untersucht weiterhin nur einen Radius von 500 m um die Trasse. Hier leben knapp 10.000 Menschen. Der BUND und die BI hatten vorgeschlagen, das Gebiet bis zu einem Abstand von einem Kilometer zu betrachten. Dieses Gebiet umfasst einen Großteil der Stadtteile Orschel-Hagen, Sondelfingen und Storlach, betroffen von den Auswirkungen der Trasse sind um die 30.000 Menschen. Der Vorschlag wurde ignoriert, genau wie viele andere Anregungen.

Protokoll mit Anhängen: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/Abt2/Ref24/Seiten/Scoping-B464-OU-RT.aspx.

2. Das Regierungspräsidium hat vor, "möglicherweise im Rahmen der nächsten Informationsveranstaltung ein Beteiligungsscoping durchzuführen" - Bürgerbeteiligung also eventuell frühestens 2021, nachdem viele Untersuchungen schon abgeschlossen sind, oder gar nicht. Das ist ein Verstoß gegen die Verwaltungsvorschrift des Landes Baden-Württemberg, die eine frühzeitige Bürgerbeteiligung und einen Beteiligungsfahrplan einfordert. Allerdings ist die Einhaltung dieser Vorschrift nicht einklagbar! Es bleibt nur, immer wieder vehement auf diesen Missstand hinzuweisen, was wir tun werden.
3. Am 20.07.2020 war im GEA zu lesen, dass der verkehrsplanerische Wettbewerb für das Industriegebiet Reutlingen unlimited (ehemaliges Betzgelände) abgeschlossen sei. Der Preisgerichtsvorsitzende wird mit den Worten zitiert, dass kreative Köpfe nach Reutlingen gelockt werden sollen, gleichzeitig aber auch Ziel sei, dass "40-Tonner-Lkw in der Nacht irgendetwas Schweres anliefern und abladen" können. Nicht erwähnt wird, dass die erwähnten 40-Tonner Tag und Nacht über die Dietwegtrasse anrollen werden, die von der Reutlinger Stadtverwaltung als Zubringer für das Industriegebiet gesetzt ist. Hier offenbart sich, dass es nicht um die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen geht, sondern ausschließlich um wirtschaftliche Erwägungen. Der Siegerentwurf wurde noch nicht veröffentlicht - wir melden uns, wenn hier mehr Infos vorliegen.

4. Vor zwei Jahren verabschiedete der Reutlinger Gemeinderat eine Drucksache, in der Stadtverwaltung und Gemeinderat den Bau der Dietwegtrasse begrüßten. Gefordert wurde aber ausdrücklich eine besondere Rücksichtnahme auf die Anwohner bei den Planungen und eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Oberbürgermeister Keck sagte uns bereits im Dezember 2019 ein Gespräch zu - es sollte vor den Sommerferien stattfinden (die morgen beginnen). Wir fragten im März nochmals, was die Stadt Reutlingen tun könne, um die versprochene Bürgerbeteiligung zu gewährleisten und bekamen keine Antwort. Am 23. Juli erhielten wir nun in der Einwohnerfragestunde der Gemeinderatssitzung vom OB die Zusage, dass es definitiv ein Gespräch zwischen OB, Stadtverwaltung und BI im Herbst geben soll, bei dem alle oben genannten Themen zur Diskussion stehen werden.

Wir von der BI „Keine Dietwegtrasse“ und alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden Herrn Keck beim Wort nehmen.

Wir wünschen Euch und Ihnen eine schöne Sommer(ferien)zeit. Bleiben Sie gesund!
Erholsame Spaziergänge mit toller Aussicht sind - noch - auf dem Dietweg zu empfehlen.

_________________________________________________________________

Stau am Dietweg – und trotzdem gute Luft! -

Die Bürgerinitiative (BI) "Keine Dietwegtrasse" vermeldet, dass zurzeit ein rekordverdächtiges Verkehrsaufkommen am Dietweg herrscht - allerdings handelte es sich nicht um Autoverkehr, sondern um Spaziergänger und Fahrradfahrer. Andreas Frosch berichtet: "Der Dietweg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, aber auch uns von der BI lagen bislang keine Zahlen vor, wie viele Reutlinger das Gebiet tatsächlich nutzen. Deswegen haben BI-Mitglieder selber gezählt. Die Corona-Krise führt momentan dazu, dass die Menschen noch mehr als sonst auf ihre direkte Umgebung angewiesen sind, um Kraft zu schöpfen und sich zu bewegen. Uns war also klar, dass wir hier keine normale Situation abbilden - aber die Zahlen haben uns dann doch gewaltig überrascht!"

Die Zählung habe am Ostersonntag und an zwei Werktagen an der Wegkreuzung zwischen Dietweg und Schönrainweg stattgefunden. "Am Ostersonntag waren knapp 2000 Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad im Naherholungsgebiet unterwegs", so Dr. Stefan Oberhoff von der BI. „Aber auch am Werktag nutzten insgesamt gut 1300 Bürgerinnen und Bürger die zahlreichen Wege, um durchzuatmen und die Aussicht auf die Achalm zu genießen. Diese Zahlen belegen ganz deutlich die Bedeutung des Gebiets für die angrenzenden Stadtteile Orschel-Hagen, Storlach und Voller Brunnen." Edith Willmann fügt hinzu: "Die Corona-Krise trifft uns alle mit voller Härte, aber sie wird sich abschwächen, während die Klimakrise die zentrale Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte bleibt. Es wäre fahrlässig, die Bedeutung einer grünen Lunge inmitten des Stadtgebiets zu unterschätzen. Der Wert des Dietweg-Gebiets für die Bevölkerung wird in Zukunft zweifellos noch anwachsen."

Die BI appelliert an die Verwaltung, die Beliebtheit des Naherholungs-Gebiets bei ihren Planungen nicht außer Acht zu lassen. „Wir haben sowohl bei OB Keck als auch beim RP Tübingen angefragt, wie sie sich eine Bürgerbeteiligung vorstellen, welche diesen Namen auch verdient,“ so die BI. „Bislang wurde viel versprochen, aber leider noch sehr wenig umgesetzt. Gerade angesichts der aktuellen Krise ist es eminent wichtig, dass wir Bürgerinnen und Bürger Gehör finden.“


_____________________________________________________________


Birnenblüte am Dietweg

Verwendung der Karte und des Profils von 1910 mit freundlicher Genehmigung des Reutlinger Stadtarchivs, Quelle: "Tiefbauamt Nr. 78"

Bereits im Jahr 1910 gab es ein Straßenbauprojekt am Dietweg, und zwar die sogenannte "Chaussierung", also die Befestigung des Dietwegs. Dabei stand aber nicht nur der Aspekt des Transports im Vordergrund, sondern es wurden auch die landwirtschaftliche Nutzung und die Ästhetik berücksichtigt. Im Stadtarchiv Reutlingen finden sich Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass damals um die 150 Birnbäume als Allee entlang des Dietwegs gepflanzt wurden. Verwendet wurden robuste Mostbirnensorten, darunter die Grüne, die Wintersche und die Luxemburger Mostbirne, die Träublesbirne, die Metzer Bratbirne, die Schweizer Wasserbirne und der Wildling vom Einsiedel. Diese Bäume können mehr als hundert Jahre alt werden, und in der Tat: wer offenen Auges entlang des Dietwegs spaziert, entdeckt noch einige knorrige Exemplare, welche die späteren Feldbereinigungen überlebt haben und immer noch blühen und Früchte tragen. Unsere Behörden könnten sich die Vorgehensweise unserer Vorfahren zum Vorbild nehmen: Ganzheitlich planen, die Bedürfnisse der Bevölkerung im Blick behalten, Natur und Ökonomie in Einklang bringen. Die BI "Keine Dietwegtrasse" wünscht allen Reutlingern und insbesondere allen Freundinnen und Freunden des Dietwegs ein frohes Osterfest, auch wenn es dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen stattfindet. Auch am Dietweg gilt selbstverständlich: Haltet Abstand - aber vergesst nicht, dass es auch viel Verbindendes gibt!

_________________________________________


Kein Licht ins Dunkel gebracht

Kleine Anfrage zur Dietwegtrasse: Kein Licht ins Dunkel gebracht

Die Fraktion der Grünen im Bundestag erhielt vor kurzem die Antwort auf ihre Anfrage zur „Ortsumfahrung Reutlingen„ / Dietwegtrasse. Im Zentrum der Anfrage stand die Behauptung der Bundesregierung, der finanzielle Nutzen der Dietwegtrasse sei signifikant angestiegen.

Auch die BI sieht diese Behauptung kritisch und findet, dass die Verantwortlichen den Bürgern Transparenz und Fakten schuldig sind. Deshalb hat sie sich das Dokument intensiv angeschaut. „Der Nutzen basiert auf einem bundesweiten Verkehrsmodell" so Dr. Stefan Oberhoff von der BI. „Der Bund sollte eigentlich genau benennen können, wie sich die Datenlage in Reutlingen und Umgebung seit 2003 verändert hat. Anstatt dessen wird lediglich auf die allgemeine Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft verwiesen. Diese Rahmen-bedingungen gelten jedoch für alle Verkehrsprojekte in der Region (z.B. auch den Albaufstieg) – warum ist nur der Nutzen der Dietwegtrasse so drastisch angestiegen?" Er findet, dass diese Kernfrage nicht beantwortet wurde. „Das Bundesverkehrsministerium nennt keine einzige Zahl, sondern wirft nur Nebelbomben." kommentiert der Physiker. „Das ist bei einem Projekt dieser Tragweite unverantwortlich."

Das Ministerium bleibe auch weiterhin den konkreten Nachweis für die Entlastung der Innenstadt schuldig. Angefragt waren Belastungsdiagramme für die Hauptstraßen in der Innenstadt, z.B. die Lederstraße – Fehlanzeige. Trotzdem behaupte der Bund, aufgrund innerörtlicher Entlastungen sei eine städtebauliche Umgestaltung („Straßenraumeffekte") von Orschel-Hagen möglich. Wie diese Umgestaltung aussehen soll, bleibe unklar. Edith Willmann sieht dies alles kritisch: „Obwohl der Bund für seine Behauptungen keinen Nachweis erbringen kann, hält er an der Dietwegtrasse fest. Mit keinem Wort geht er auf den Verlust des beliebten und wertvollen Naherholungsgebiets am Dietweg ein, an dessen Stelle nun eine Bundestraße mit viel Verkehrslärm und Abgasen treten soll. Diese Umgestaltung wird insbesondere uns Orschel-Hagener schmerzhaft treffen."

Andreas Frosch sieht nur eine einzige konkrete Angabe in dem Dokument: „Das Verkehrsministerium gibt zu, dass der Scheibengipfeltunnel im Bereich der Belastungsgrenze betrieben wird. Reutlingen kann sich also bereits auf noch mehr Stau einstellen, wenn die Dietwegtrasse realisiert wird. Da der Albaufstieg in Planung und Realisierung deutlich länger dauern wird als die Dietwegtrasse, wird auch die Belastung im Echaztal noch weiter steigen. Das Gesamtpaket aus Dietwegtrasse und Albaufstieg wird letztendlich noch mehr Fern- und Güterverkehr anziehen."

Die Pressemeldung von MdB Donth zur kleinen Anfrage findet er unsachlich: „Herr Donth attackiert die Grünen auf emotionale Weise, dabei haben sie im Interesse der Reutlinger Bevölkerung und mit Hilfe eines demokratischen Instruments versucht, Licht ins Dunkel zu bringen." Dies sei leider noch nicht gelungen, weswegen er an Donth appelliert: „Nutzen Sie Ihre Position im Verkehrsausschuss, um endlich die Fakten auf den Tisch zu bringen. Setzen Sie sich für die 30.000 Reutlinger ein, die von der Trasse, die von neuem Lärm und Abgasen betroffen sind!"

Dokument im Wortlaut: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/162/1916238.pdf

_________________________________________________________________

30.000 Einwohner von Dietwegtrasse betroffen

Auch im neuen Jahr möchte die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“ (BI) die Bürgerinnen und Bürger über das Straßenbau-Projekt informieren. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres fand im Regierungspräsidum Tübingen (RP) der Termin zur Umweltverträglichkeitsprüfung der Trasse statt („Scoping-Termin“). Bei dieser Veranstaltung wurde der Untersuchungsumfang der sogenannten Schutzgüter festgelegt: schützenswert ist die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch die menschliche Gesundheit. Neben Vertretern der Behörden konnten auch die Umweltverbände Stellung beziehen. Das öffentliche Interesse war trotz Vorweihnachtszeit und Vormittagstermin groß – berechtigterweise, denn im Laufe des Termins wurde offensichtlich, dass die Dietwegtrasse auf die Menschen in Reutlingen massive Auswirkungen haben wird.

Andreas Frosch (BUND) wies darauf hin, dass im behördlich vorgegebenen Untersuchungsgebiet (Abstand bis 500 m zur Trasse) heute knapp zehntausend Menschen leben. In den nächsten Jahren wird diese Zahl aufgrund geplanter Neubaugebiete und Nachverdichtung deutlich steigen. Wie Frosch mehrfach betonte, reichen aber die Wirkungen von Lärm und Schadstoffen weit über dieses Gebiet hinaus, weswegen er eine deutliche Ausdehnung des Untersuchungsgebietes forderte. Laut seinen Schätzungen leben etwa 30.000 Einwohner innerhalb eines Gebiets mit 1.000 m Abstand zur Trasse. Es ist also etwa ein Viertel der Reutlinger Stadtbevölkerung von der Dietwegtrasse betroffen! Damit werde dann auch endgültig klar, dass es sich bei der Trasse nicht um eine Ortsumfahrung handele. Frosch sprach auch den kritischen Baugrund im Dietweg-Gebiet an. Der schwierige Baugrund Posidonienschiefer (Ölschiefer) werde den Bau der Trasse gewaltig verteuern, so dass deshalb eventuell sogar der Tunnel auf den Orscheläckern nicht realisierbar sein werde. Auch die Bodensee-Wasserversorgung meldete Bedenken an. Die Versorgungsleitung für Reutlingen kreuzt den angedachten Tunnel, d.h. entweder müsse die Leitung oder die Trasse verlegt werden – beides erhebliche zusätzliche Kostenfaktoren. Dem Regierungspräsidium als planende Behörde waren diese Sachverhalte bislang nicht bekannt. Ein geologisches Gutachten soll nun Klarheit bringen. Thomas Höfer (NABU) beantragte, dieses entscheidende Gutachten als ersten Schritt des Planungsprozesses durchzuführen und alle weiteren Schritte davon abhängig zu machen – eigentlich selbstverständlich bei einer soliden und kostensparenden Projektplanung. Dieser Antrag wurde abgelehnt, das RP macht Dienst nach Vorschrift. Hier sieht die BI die Gefahr, dass erhebliche Mengen an Steuergeldern verschleudert werden.

Zwei weitere Referenten des BUND, Dr. Stefan Oberhoff und Beate Ehrmann, stellten ebenfalls das Schutzgut Mensch in den Mittelpunkt ihrer Stellungnahmen und betonten die negative Wirkung der Trasse insbesondere für Sondelfingen. Oberhoff prognostizierte, dass im Mischgebiet „Auf Wies“ gesundheitsgefährdende Lärmpegel auftreten werden, und verwies auf die Schwachstellen der gesetzlich vorgeschriebenen Lärmberechnung. Das RP stehe in der Verantwortung, die gesundheitliche Wirkung der Trasse für jeden Einwohner der Region zu benennen, die Lärmuntersuchung müsse also das gesamte Einflussgebiet der Dietwegtrasse umfassen, welches weit über Reutlingen hinausgehe. Ehrmann stellte fest, dass die Trasse zu viele Anschluss-Knoten enthält, um noch als Umgehungsstraße im Sinne des Bunds gelten zu können. Durch die vielen Knoten steige wiederum das Unfallrisiko und die Belastung der Bevölkerung. Zwischen Reutlingen und Sondelfingen werde durch die geplante Brücke über die Bahnlinie, verbunden mit den notwendigen Geländeaufschüttungen, ein knapp 500 m langer massiver Wall entstehen. Sondelfingen werde also durch die Dietwegtrasse sowohl optisch als auch psychologisch von Reutlingen abgeschnitten.

Das RP wies explizit darauf hin, dass im Verfahren auch der dreispurige Ausbau der B312 zwischen Metzingen und Aichtal geprüft wird. Diese Variante wird ebenfalls Belastungen für zahlreiche Menschen bringen, aber aufgrund des geringeren Flächenverbrauchs ggf. zu bevorzugen sein. Auch die Null-Variante, d.h. der komplette Verzicht auf die Trasse, wird untersucht.

Insgesamt sieht die Bürgerinitiative nach dem „Scoping-Termin“ nun noch mehr offene Fragen und hofft, dass im neuen Jahr in der Stadtgesellschaft Reutlingens ein demokratischer Diskussionsprozess in Gang kommt. Was kann die Stadtverwaltung tun, um die Gesundheit der Reutlinger Bürgerinnen und Bürger zu schützen? Was sind die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung? Wie kann ein „Reutlingen 21“ im Nordraum verhindert werden? Auf Nachfrage der BI in der letzten Gemeinderatsitzung vor Weihnachten signalisierte Oberbürgermeister Keck Bereitschaft zu einem Gespräch mit der BI Anfang des neuen Jahres. Im Gespräch bleiben und Argumente austauschen: Dies erscheint der BI momentan der einzig richtige Weg für alle Reutlinger, ob Befürworter oder Gegner der Dietwegtrasse.



_________________________________________________________

Pressemeldung:

Scoping-Termin des Regierungspräsidiums zur Dietwegtrasse – und die Bürger sollen schweigen!

Die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“ weist darauf hin, dass das Regierungspräsidium Tübingen demnächst den Scoping-Termin im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung für die „B464 Ortsumfahrung Reutlingen“ durchführen wird. Dieser öffentliche Termin dient dazu, Gegenstand, Umfang und Methoden der Umweltverträglichkeitsprüfung festzulegen. Die BI bemängelt, dass der Termin nicht per Pressemeldung vom RP angekündigt, sondern lediglich auf dem Beteiligungsportal zum Straßenbauprojekt eingestellt wurde. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag den 12. Dezember um 9 Uhr im Regierungspräsidium Tübingen, Großer Sitzungssaal (1. Obergeschoss), Konrad-Adenauer-Str. 20, Tübingen. Die BI bittet alle Reutlinger Bürgerinnen und Bürger, zahlreich zu diesem Termin zu erscheinen und dadurch dem Regierungspräsidium zu zeigen, dass dieses unzeitgemäße und kritische Projekt weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit steht.

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung werden die sogenannten Schutzgüter betrachtet, darunter neben der Tier- und Pflanzenwelt auch die menschliche Gesundheit. Die sogenannte „Ortsumfahrung“ führt mitten durch Wohngebiete, d.h. die Themen Lärmschutz und Erhaltung der Erholungslandschaft werden bei diesem Termin eine wichtige Rolle spielen – Themen, zu denen sich die BI „Keine Dietwegtrasse“ in der Vergangenheit klar positioniert hat. Deswegen hat die BI beim Regierungspräsidium angefragt, ob sie aktiv eine Stellungnahme bei dem Scoping-Termin abgeben darf. Auf Landesebene ist es mittlerweile gang und gäbe, dass beim Scoping-Termin neben den Umweltverbänden auch die örtlichen Initiativen eingeladen werden. Vor kurzem betonte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass Baden-Württemberg bundesweit eine führende Rolle bei der Bürgerbeteiligung einnehme. Die Politik des Gehörtwerdens spielt allerdings beim Regierungspräsidium Tübingen offensichtlich noch keine Rolle, denn die Anfrage der BI bezüglich aktiver Teilnahme wurde abgelehnt. Als Teil der Öffentlichkeit stehe der BI aber selbstverständlich das Recht zu, als Zuschauer am Scoping-Termin passiv teilzunehmen. Die Bürgerinitiative prüft momentan, welche anderen Möglichkeiten der aktiven Teilnahme noch bestehen, und fordert die Öffentlichkeit ausdrücklich auf, zumindest ihr Recht auf passives Zuhören wahrzunehmen und Präsenz zu zeigen.

Um diesen Aufruf zu unterstreichen, veröffentlichte die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage www.keine-dietwegtrasse.org ein neues Video, welches zeige, was alles auf dem Spiel stehe. Die BI nimmt die Bürgerinnen und Bürger mit auf einen Herbstspaziergang entlang des Dietwegs. Während die nordirische Nachwuchssängerin Amy Montgomery eindringlich die „Soul Medicine“, also die Medizin für die Seele besingt, werde klar, dass das Dietweg-Naherholungsgebiet für unzählige Bewohner der angrenzenden Stadtteile genau diese Funktion erfüllt – Medizin für Körper und Seele und Ruhepol inmitten eines weiter wachsenden Ballungsgebietes. Diesen Ruhepol zu zerstören in Zeiten, in denen das EU-Parlament gerade den Klimanotstand ausgerufen hat, sei unverantwortlich gegenüber allen nachfolgenden Generationen. Deswegen fordert die Bürgerinitiative „Mut zur Lücke“ – für Klima, Luft und Natur, für das Wohl der Reutlinger Bürgerinnen und Bürger.

Aufruf

ein toller Artikel über die BI

ein toller Artikel über die Arbeit der BI Keine Dietwegtrasse ist am 15.10.2019 erschienen.
Hier können Sie ihn lesen: klicken Sie hier.....(exerner Link)

wenn Sie ihn ausdrucken wollen:
klicken Sie hier drauf...(externer Link).



Faktencheck Verkehr

Momentan basieren praktisch alle Informationen zur Dietwegtrasse auf dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP).
In einem öffentlich verfügbaren Dossier [1] sind u.a. der Trassenverlauf und eine Verkehrsprognose dargestellt. Pro Jahr wird ein Plus an Personenverkehr von 720000 Pkw-Kilometern durch die Dietwegtrasse erwartet – das entspricht etwa einmal der Strecke zum Mond und zurück.
Umfangreiche Studien zur Verkehrsentwicklung in den USA zeigen, dass sich die gefahrenen Kilometer und die Länge der verfügbaren Straßen proportional verhalten, also ein Ausbau des Straßennetzes grundsätzlich zu mehr Verkehr führt [2]. Dieses „grundlegende Gesetz des Staus“ lässt auch die im BVWP angewandte Kosten-Nutzen-Rechnung fragwürdig erscheinen, denn der angebliche Zeitgewinn, aus dem sich der geldwerte Nutzen ergibt, ist nach wenigen Jahren hinfällig.
Mehr Verkehr bedeutet auch mehr CO2-Emissionen, dazu kommt noch der enorme Energieverbrauch des Straßenbaus durch Material und Konstruktion (10 – 1500 TJ/km je nach Aufwand [3], der Jahresstromverbrauch aller privaten Haushalte in Reutlingen beträgt 600 TJ [4]).
Der Verkehrssektor ist in der EU der einzige Sektor, der in den letzten 30 Jahren immer mehr CO2 produziert hat – alle anderen Sektoren, sogar Industrie und Landwirtschaft, haben ihre Emissionen reduziert [5].
Ein klimapolitisches Straßenbaumoratorium ist also dringend zu diskutieren.Ein Blick auf die aktuellen Verkehrszahlen von Reutlingen zeigt zudem, dass die Verkehrsprognose im Dossier des BVWP die Verkehrslage stark beschönigt. Verkehrszahlen, die für 2030 prognostiziert werden, waren vielerorts bereits 2018 überschritten.
Eine realistische Hochrechnung unter Annahme eines Verkehrswachstums von 1% pro Jahr sagt voraus, dass auf dem Zubringer B464 im Jahr 2030 knapp 40% mehr Verkehr als heute fließen wird, falls die Dietwegtrasse realisiert wird.
Dies wird verheerende Konsequenzen für die angrenzenden Gemeinden Rommelsbach, Sickenhausen und Altenburg haben, aber auch die Gemeinden an der B27 betreffen.

Der starke Verkehrsanstieg im Umland führt leider nicht dazu, dass sich die Verkehrslage in Zentrum von Reutlingen verbessern wird.
Die Wirkung der Dietwegtrasse wurde bereits im Jahr 2012 durch die renommierten Verkehrs-Gutachter Huber-Erler und Topp untersucht.
Ihr Resümee, welches auch heute noch Gültigkeit hat: Die Dietwegtrasse führt nur zu einer geringfügigen weiteren Entlastung der Innenstadt und hat überwiegend negative verkehrliche Wirkungen [6].

Quellen:

1) http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B464-G10-BW/B464-G10-BW.html
2) Duranton, Turner, American Economic Review, 101 (6), 2616-2652 (2011) https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/aer.101.6.2616
3) Jonsson, European Journal of Transport and Infrastructure Research, 7 (3) (2007) https://superheroscitech.tudelft.nl/index.php/ejtir/article/download/3388/3543
4) https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/publikationen/publikation/did/energiebericht-2018/
5) http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20190313STO31218/co2-emissionen-von-autos-zahlen-und-fakten-infografik
6) https://www.reutlingen.de/ceasy/modules/core/resources/main.php5?id=13505-0&download=1

Faktencheck Lärm

Im Rahmen des Lärmaktionsplans führte die Stadt Reutlingen im Jahr 2018 eine Lärmkartierung durch [7].
Lärmschutzmaßnahme sollen dann ergriffen werden, wenn Grenzwerte von 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts überschritten werden.
Die aktuelle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den nächtlichen Lärmgrenzwert liegt jedoch bei 45 Dezibel – also deutlich unter dem von der Stadt Reutlingen gewählten Wert [8].
Der strenge Grenzwert wird aus gutem Grund empfohlen, denn bei höheren Lärmpegeln verändert sich die Schlafstruktur, und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt signifikant [9].
Ein weiteres Problem der Lärmkartierung besteht darin, dass sie nur auf einem theoretischen Modell und nicht auf tatsächlichen Messungen basiert.
Die zugrundeliegenden Verkehrsdaten sind zudem nicht auf dem aktuellen Stand, so wurde beispielsweise die Wirkung des Scheibengipfeltunnels nur in Form einer Verkehrsprognose abgebildet.
Insgesamt ist also Skepsis angebracht – welche umso größer wird, wenn man die prognostizierte Wirkung der Dietwegtrasse bezüglich Lärm betrachtet.
Laut Dossier des BVWP werden innerorts 0 („Null“) Einwohner einer Neubelastung oder stärkeren Betroffenheit durch Verkehrslärm ausgesetzt werden.
Auch außerorts sei durch eine fiktive Lärmschutzwand keine Veränderung der Geräuschbelastung zu erwarten. Diese Aussagen sind angesichts des erwarteten Verkehrsaufkommens (22000 Fahrzeuge/Tag, davon 1300 Lkw) und der Trassenführung in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten als schlichtweg unrealistisch einzuschätzen.

Quellen:
7) https://www.reutlingen.de/de/Leben-in-Reutlingen/Umwelt-Verkehr/Verkehr/Laermkarten
8) https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/who-leitlinien-fuer-umgebungslaerm-fuer-die
9) https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/laermwirkung/stressreaktionen-herz-kreislauf-erkrankungen

Faktencheck Luftqualität

Während in Reutlingen momentan in erster Linie die Stickstoffdioxid-Belastung an der Lederstraße im Fokus steht, ist sich die Fachwelt längst einig, dass die Feinstaub-Belastung ein weit gravierenderes Gesundheitsproblem darstellt [10].
Hierbei ist insbesondere die Betrachtung des städtischen Hintergrunds relevant - also des Schadstoffniveaus abseits der verkehrsreichen Straßen, welchem die Mehrheit der Bevölkerung ausgesetzt ist.
In Reutlingen werden momentan alle EU-Feinstaubgrenzwerte eingehalten [11].
Die von der WHO empfohlenen Werte bezüglich Feinstaub, an welche sich auch die USA anlehnen, sind jedoch wesentlich strenger als die EU-Grenzwerte [12].
Wendet man die US-Feinstaubgrenzwerte in Reutlingen an, ergibt sich folgendes Bild: an der Mess-Station Pomologie (städtischer Hintergrund) wurde im Jahr 2018 der kritische PM2.5-Tagesmittelwert an 13 Tagen überschritten (Abb. 1, Farbcodierung orange und rot).
Die Bürger in Reutlingen sind einer Feinstaub-Belastung ausgesetzt, welche deutlich höher ist als in der Metropolregion New York, wo im Jahr 2018 lediglich an einem einzigen Tag ein kritischer PM2.5-Wert vorlag [13].
Warum ist die Luft in New York sauberer als in Reutlingen, trotz der vielfach höheren Bevölkerungsdichte?
Dies liegt nicht nur an den günstigen klimatischen Bedingungen in der Metropole und dem äußerst umfangreichen Nahverkehrsnetz, sondern in erster Linie daran, dass sinnvolle Maßnahmen konsequent umgesetzt wurden.
New York besitzt das größte Luft-Monitoring-Programm aller US-Städte [14], seit 2009 wurden die Luftschadstoffe stark verringert.
Strenge städtische Gesetze regeln den Umgang mit Schadstoffquellen, insbesondere auch mit Feuerungsanlagen [15].
Lokale Maßnahmen zur Entlastung verkehrsreicher Hot-Spots ändern kaum etwas an der Hintergrundbelastung: Verkehr wird nur umgeleitet, nicht vermindert.
Maßnahmen, die zu einer Verkehrssteigerung führen, erhöhen jedoch die städtische Hintergrundbelastung. Genau dies wird passieren, sollte die Dietwegtrasse realisiert werden: mit dem Anstieg der CO2-Emissionen wird sich auch das Schadstoff-Niveau in der gesamten Stadt erhöhen.
Dies konterkariert sämtliche Luftreinhaltemaßnahmen, welche die Stadt Reutlingen bislang durchgeführt hat.Es muss im primären Interesse der Stadt liegen, die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen, anstatt den Klimawandel mit noch mehr Verkehr und noch mehr Emissionen zu befeuern!

Deswegen fordert die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“:
Mut zur Lücke! Für das Klima. Für die Luft. Für die Natur. Für uns in Reutlingen!



Quellen:
10) https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/saubere-luft-stickstoffoxide-und-feinstaub-in-der-atemluft-grundlagen-und-empfehlungen-2019/
11) https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/Abt5/Ref541/Luftreinhalteplaene/Luftreinhalteplan/lrp-rt-4-fortschr-endfassung.pdf
12) https://www.epa.gov/sites/production/files/2016-04/documents/2012_aqi_factsheet.pdf
13) https://www.epa.gov/outdoor-air-quality-data/air-data-tile-plot
14) https://www1.nyc.gov/assets/doh/downloads/pdf/environmental/comm-air-survey-08-16.pdf
15) https://www1.nyc.gov/office-of-the-mayor/news/204-18/new-york-city-s-air-cleaner-it-has-ever-been-since-monitoring-began


Abb. 1: Luftqualitätsindex für Feinstaub PM2.5 von Reutlingen, basierend auf den kontinuierlichen Messdaten der Mess-Station Pomologie (städtischer Hintergrund). Die Messwerte des kontinuierlichen Messverfahrens dienen lediglich der Orientierung und sind als vorläufig zu betrachten. Zur Darstellung wurde das US-Regelwerk angewandt. Farbskala: grün = gut, gelb = moderates Gesundheitsrisiko, orange = ungesund für empfindliche Gruppen, rot = ungesund. Quelle der Rohdaten: LUBW

der gesamte Faktencheck als PDF zum Download


gibt es hier...... [407 KB] (Rechsklick und Speichern...)






FAQ zur Dietwegtrasse

hier die Kurzform, eine ausführlichere FAQ finden Sie hier.......

Wo soll die Dietwegtrasse verlaufen?

  • Zwischen B464/Rommelsbacher Str. und Achalmtunnel (Planung Bund, rote Linie)
  • Also mitten durch bereits dicht besiedelte, weiter wachsende Wohngebiete und das Naherholungsgebiet Dietweg!

Wie ist der aktuelle Stand?

  • Die Trasse ist Teil des „Bundesverkehrswegeplans“ (Bundesgesetz)
  • Regierungspräsidium hat vor kurzem mit der Planung begonnen

Was sind die Probleme der Trasse?

  • Zerstörung des Naherholungsgebietes
  • 22000 Kfz pro Tag, davon 1300 Lkw
  • Verkehr wird nur verlagert bzw.
  • zusätzlich erzeugt (Fernverkehr)
  • Durch Überlastung des Achalmtunnels
  • weicht der Verkehr wieder in die Innenstadt aus – Stau!
  • Verschmutzung & Lärmbelastung von Orschel-Hagen, Sondelfingen, Storlach

Ziele der Bürgerinitiative

  • Den Bau der Dietwegtrasse verhindern
  • Eine zukunftstaugliche und nachhaltige Verkehrspolitik, die nicht die Wohn- und Naherholungsgebiete durch den Bau weiterer Straßen belastet




die "amtlichen" Unterlagen zur Weiterplanung


Die Entscheidungsunterlagendes Bundes zur Aufnahme der Dietwegtrasse in den vordringlichen Bedarf und insbesondere die Gründe, die zu einer unverständlichen Hochstufung geführt haben, sind hier zum nachlesen:

einfach auf die Grafik rechts klicken =>
Quelle: http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B464-G10-BW/B464-G10-BW.html


Aus dem Dokument einige Aussagen, die die BI Keine Dietwegtrasse massiv in Frage stellt:

Begründung der Dringlichkeitseinstufung
Das Projekt ist aufgrund des hohen Nutzen-Kosten-Verhältnisses vordringlich. Es erfolgt eine Einstufung in den Vordringlichen Bedarf (VB).
Der Anmeldung zugrunde gelegte Notwendigkeit aus Sicht des Landes Baden Württemberg
Die Dietwegtrasse ist eine notwendige Netzergänzung zum Scheibengipfeltunnel und Bestandteil der Ortsumfahrung Reutlingen. Im Anschluss an die bestehende B 464 am Knoten Rommelsbacher Straße, bildet sie das Verbindungsstück zum Scheibengipfeltunnel und sichert somit die Möglichkeit einer weiträumigen Umfahrung der Innenstadt. Sie trägt insoweit entscheidend zur Entlastung der derzeit stark befahrenen innerstädtischen Straße Rommelsbacher-, Karl-, Eberhard-, Konrad-Adenauer- und Lederstraße und auch der Oststadt bei. Die
Verkehrsbelastung weist gemäß der Bundesweiten Straßenverkehrszählung 2010 einen DTV von rd. 19.226 Kfz/24h und einen Schwerlastverkehrsanteil von 1.037 Fz/24h. Durch die Ortsumfahrung werden Unfallrisiken und Umweltbelastungen gemindert und Kapazitätsengpässe abgebaut.
......
Der Anmeldung zugrundegelegte Alternativenprüfung
Die gewählte Linie der Trasse ist durch die Anschlüsse an Bauanfang und Bauende, die Bebauung, die Bauleitplanung (BPL und FNL) und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in Lage und Höhe optimiert. Alternative Linienführungen sind aufgrund der o.g. Gegebenheiten und der Zwangspunkte nicht möglich oder unwirtschaftlich.


Bleiben Sie auf den Laufenden, besuchen Sie jetzt regelmäßig unsere Homepage, tragend Sie sich in unseren Verteiler ein und kommen Sie zu unserer nun wieder anlaufenden Infoveranstaltungen!

zum Eintragen in unseren Verteiler geht es hier lang....
_______________________________________________________________________



Überflüssige Dietwegtrasse begraben!

zur Vergrößerung: in die Zeichnung klicken
zur Vergrößerung: in die Zeichnung klicken

Letzte Änderung am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 11:19:52 Uhr.