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Presse

Bürgerinitiative und Stadtverwaltung

Pressemeldung vom 22.10.2020

Dietwegtrasse: Bürgerinitiative und Stadtverwaltung starten Dialog

Die Bürgerinitiative „Keine Dietwegtrasse“ berichtet, dass im Oktober erstmals ein Gespräch zwischen der BI und der Stadtverwaltung, vertreten durch Oberbürgermeister Thomas Keck, Baubürgermeisterin Ulrike Hotz und Stefan Dvorak (Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung), stattgefunden hat.

Andreas Frosch berichtet: „Das Gespräch fand in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre statt. Unser Ziel war zunächst, die Stadtverwaltung auf die kritischen Punkte der Planung hinzuweisen: die neue Bundesfernstraße wird die Lebensqualität sehr vieler Menschen verringern, die Überdeckelung auf den Orscheläckern ist alles andere als sicher, die 300 m lange Hochtrasse vor Sondelfingen ist aktuell nicht vom Tisch. Die Trasse steht im Widerspruch zu den klima- und verkehrspolitischen Zielen der Stadt Reutlingen und wird auch überregional den Verkehr nur verlagern, anstatt zu Entlastungen zu führen. Eine echte Bürgerbeteiligung durch das Regierungspräsidium Tübingen fand bisher noch nicht statt – ganz im Gegenteil, das Thema wird momentan unter den Tisch gekehrt!“

Dr. Stefan Oberhoff ergänzt: „Insbesondere der Wunsch nach besserer Bürgerbeteiligung stieß bei unserem OB auf offene Ohren. Herr Keck hat ja bereits mehrfach betont, dass bei den Planungen ausdrücklich Rücksicht auf die Anwohner genommen werden muss. Erstes konkretes Ergebnis unseres Treffens: Die Stadtverwaltung wird darauf hinwirken, dass das Beteiligungsformat des Regierungspräsidiums erweitert wird.“

Zudem habe OB Keck zugesagt, das Naherholungsgebiet am Dietweg persönlich zu besuchen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Aber auch die über Reutlingen hinaus reichende Wirkung des Projekts sei ihm bewusst. „Die Dietwegtrasse ist eng mit dem Albaufstieg verknüpft“, so Reinhard Beneken (BUND). „Die Realisierung der Dietwegtrasse wird zusätzlichen Fernverkehr ins Echaztal leiten und so den Druck für den Ausbau des Albaufstiegs erhöhen. Die dazu erforderlichen Baumaßnahmen gefährden jedoch die Wasserquellen im oberen Echaztal – und damit einen wesentlichen Teil der Wasserversorgung im Echaztal und in Reutlingen. Wir vom BUND müssen uns dieses Themas intensiver annehmen.“

Die Bürgerinitiative bewertet allerdings das Thema Straßenbau nicht nur als regionales Problem, sondern unterstützt den Vorschlag eines bundesweiten Fernstraßenbau-Moratoriums, wie er jüngst von einem breiten Bündnis von Gruppen ins Gespräch gebracht worden ist, die sich für einen kompletten Neustart der Verkehrs- und Investitionspolitik engagieren.